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	<title>Straßen aus Zucker</title>
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	<title>Straßen aus Zucker</title>
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		<title>Wir sollen sterben, damit Deutschland leben kann? No way, digga.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admina]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Nov 2025 13:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
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					<description><![CDATA[Den Text kannst du hier als Flugblatt herunterladen, doppelseitig ausdrucken und auf der nächsten Demo verteilen! 2025: CDU und SPD führen wieder einen – zunächst noch freiwilligen – Wehrdienst ein. Und auch die Grünen sprechen sich inzwischen für eine verpflichtende Musterung junger Männer aus. Von Bildungspolitik über Klimawandel bis zu bezahlbaren Wohnungen interessiert sich der [&#8230;]]]></description>
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<p><em>Den Text kannst du <a href="https://www.strassenauszucker.tk/wp-content/uploads/2025/12/Flugblatt_Wehrpflicht.pdf" data-type="link" data-id="https://www.strassenauszucker.tk/wp-content/uploads/2025/12/Flugblatt_Wehrpflicht.pdf">hier als Flugblatt herunterladen</a>, doppelseitig ausdrucken und auf der nächsten Demo verteilen!</em></p>



<p>2025: CDU und SPD führen wieder einen – zunächst noch freiwilligen – Wehrdienst ein. Und auch die Grünen sprechen sich inzwischen für eine verpflichtende Musterung junger Männer aus. Von Bildungspolitik über Klimawandel bis zu bezahlbaren Wohnungen interessiert sich der deutsche Staat nicht für die Bedürfnisse junger Menschen. Trotzdem sollen eben diese jungen Menschen sich nun plötzlich mit der Idee anfreunden, Deutschland mit der Waffe und dem eigenen Leben zu verteidigen. Gänsehaut.</p>



<p><strong>»Ich kenne keine Partei mehr, ich kenne nur noch Deutsche.« (Kaiser Wilhelm II., 1914 vor dem 1. Weltkrieg)</strong></p>



<p>Kriege werden häufig als Auseinandersetzung zwischen Nationen behandelt. Die ganz unterschiedlichen Menschen, die in einem Nationalstaat leben, werden dabei oft als eine einheitliche Nation vorgestellt, die geschlossen und mit einem gemeinsamen Interesse anderen Nationen gegenübersteht. Spätestens wenn es zum Krieg kommt, scheinen unterschiedlicher Besitz, Gewohnheiten und politischen Einstellungen der Bürger:innen kaum mehr eine Rolle zu spielen. Doch sollte z.B. Putin wirklich eines Tages vor den Toren Berlins stehen, säßen wir dann alle als deutsche Schicksalsgemeinschaft im gleichen Kriegs-U-Boot? Wir sagen: No.</p>



<p><strong>Wer genau soll hier eigentlich verteidigen?</strong></p>



<p>Wie du es miterlebst, wenn Bomben fallen, ist immer auch eine Frage von Klassenzugehörigkeit. Ob die milliardenschweren BMW-Erb:innen dann in der Karibiksonne liegen werden, wissen wir nicht – aber sicher werden sie nicht neben dir im Schützengraben liegen. Diejenigen, die Kriege anfangen oder davon profitieren, kämpfen in der Regel genauso wenig selbst wie Campino oder andere Boomer, die in Talkshows eine Wehrpflicht begrüßen. Die Rolle als militärisches Menschenmaterial wird anderen armen Teufeln überlassen.</p>



<p><strong>Für den Staat bist du nur ein NPC in der Todeslotterie</strong></p>



<p>Spätestens die Idee, auszulosen, welche Bürger:innen in einem Kriegsfall an die Front fahren müssen und im schlimmsten Fall nie wieder zurückzukehren, macht deutlich, dass es dem Staat kaum um den Schutz der Einzelnen geht. Auch wenn die Bundeswehr den Wehrdienst gerne als spaßiges Videospiel inszeniert: Echter Krieg ist kein Zocken an der PlayStation. Wenn dich eine Drohne abknallt, kannst du nicht das Level oder gar das Spiel neu starten – im besten Fall bist du für den Rest des Lebens traumatisiert. Im schlechteren Fall verstümmelt oder es heißt gleich ganz Game Over: Dann bist du tot. Und hast auch nichts mehr davon, dass die Bundeswehr dir den Führerschein bezahlt hat.</p>



<p><strong>Kann ich mich nicht zivil einbringen? Kochen oder so?</strong></p>



<p>Auch wenn du nicht gerade eigenhändig versuchst andere Menschen mit einem Sturmgewehr »G36« zu zerfetzen, sondern für die Bundeswehr »nur« logistisch oder im IT-Bereich arbeitest, würden wir in Frage stellen, was das bedeutet, wenn es hart auf hart kommt. Krieg ist kein DIY-Festival, wo du dich einfach für deine Lieblingsschicht eintragen kannst. Und auch hier gilt wieder: Die Eigentümer:innen von LIDL oder Aldi werden wohl kaum mit dir in der Feldküche stehen oder Verwundete versorgen. Zudem trägt es zu einer Militarisierung der Gesellschaft bei, wenn Zivilist:innen sich bei der Bundeswehr einbringen: Militärische Auseinandersetzungen werden so als alltägliche Lösungen für politische und soziale Probleme normalisiert.</p>



<p><strong>Was genau soll hier eigentlich verteidigt werden? Was ist mit Family &amp; Friends?</strong></p>



<p>Krieg funktioniert nicht so, dass du mit einem Gewehr vor deiner WG oder auf dem Grundstück deiner Oma patrouillierst, um sie zu schützen. In der Regel bist du hunderte oder tausende Kilometer von deiner Familie und deinen Freund:innen getrennt. Du »darfst« dann irgendwo die marode Infrastruktur von Deutschland verteidigen, die über Jahrzehnte von Merkel bis Merz kaputtgespart wurde: Unsanierte Schulen, geschlossene Schwimmbäder, einstürzende Brücken. Wenn sich der Staat ernsthaft um die eigenen Bürger:innen sorgen würde: Warum werden dann nicht 100 Milliarden Euro in mehr Kita-Plätze oder bezahlbare Wohnungen gesteckt, statt in Aufrüstung, die bei den Waffenhändler:innen des Vertrauens die Champagnerkorken knallen lässt?</p>



<p><strong>Aber was ist mit Menschenrechten und Minderheitenschutz?</strong></p>



<p>Zunächst mal: Auch in Deutschland waren soziale Sicherungssysteme, Pressefreiheit oder LBTIQ+-Rechte nie Geschenke des Staates. Sie mussten von politischen Bewegungen erst erkämpft und bis heute fortwährend verteidigt werden.</p>



<p>Und wenn Merz Putins Angriffskrieg scharf verurteilt, aber gleichzeitig einem autoritären Herrscher wie Erdoğan freudig die Hand schüttelt, zeigt sich: In letzter Konsequenz geht es auch liberalen Demokratien wie Deutschland außenpolitisch nicht um den Schutz von Menschenrechten oder Minderheiten. In welchem Krieg getötet und gestorben wird, wird nicht mit Blick auf Menschenrechte entschieden – gekämpft wird, wo für Kapital und Nation was zu holen oder zu verlieren ist. Und eine Garantie, dass eine aufgerüstete Bundeswehr in Zukunft nicht selbst einmal wieder angreift (z.B. unter einer AfD-Regierung), gibt es auch nicht.</p>



<p><strong>Also ist uns einfach alles egal?</strong></p>



<p>Natürlich nicht. Wenn wir entscheiden müssten, würden auch wir lieber weiter unterm rassistischen BlackRock-Kanzler Merz leben als etwa unter einer Kreml-Herrschaft: Das eine ist immer noch eine liberale Demokratie, in der Gewaltenteilung, demokratische Rechte und soziale Standards gelten. Das andere ist ein autoritäres Regime, das Oppositionelle ermordet, in ganz Europa faschistische Kräfte wie die AfD unterstützt und einen imperialistischen Angriffskrieg begonnen hat.</p>



<p>Wir lassen uns aber nicht auf die falsche Logik ein, dass daraus folgt, einen Eid auf Volk und »Vaterland« schwören zu müssen – und uns für eine schwarz-rot-goldene Flagge in den Schützengraben zu legen. Solidarisch wären wir in einem Krieg nicht mit Merz, Pistorius oder allen Deutschen, die zufällig den gleichen Pass haben wie wir. Sondern mit den Menschen, die unter dem Krieg leiden, egal welche Staatsangehörigkeit sie haben. Gegen die nationalistische Mobilmachung: Make Nationalismuskritik great again.</p>
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		<title>No future starts today</title>
		<link>https://www.strassenauszucker.tk/2025/02/no-future-starts-today/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[strassenauszucker]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Feb 2025 21:16:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[# 18 | (Ende der) Utopie]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel]]></category>
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					<description><![CDATA[➞ English version Erleben wir das Ende linker Utopien? Richtig geil ist es gerade ja nicht. Der Klimawandel wird immer katastrophaler, Rechtsruck und nationale Abschottung erfassen die ganze Welt – und viele Menschen haben sich damit arrangiert. Who cares, solange man (noch) nicht selbst ertrinkt? Nebenbei werden soziale Standards gestrichen und geschlechtsneutrale Sprache scheint vielen [&#8230;]]]></description>
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<p><strong>Erleben wir das Ende linker Utopien?</strong></p>



<p>Richtig geil ist es gerade ja nicht. Der Klimawandel wird immer katastrophaler, Rechtsruck und nationale Abschottung erfassen die ganze Welt – und viele Menschen haben sich damit arrangiert. Who cares, solange man (noch) nicht selbst ertrinkt? Nebenbei werden soziale Standards gestrichen und geschlechtsneutrale Sprache scheint vielen eine größere Bedrohung zu sein als das Ende der Demokratie. Gleichzeitig ist für viele der Krieg und für einige das terroristische Massaker salonfähig geworden. Autoritäre Abschottung und Gewalt siegen über Vernunft und Solidarität – Trumps Wahlsieg ist dafür ein besonders grelles Symbol. Wir erleben nicht nur einen historischen Umbruch, sondern auch einen gesellschaftlichen und politischen Rückschritt. Und als wäre das nicht schlimm genug, fehlt dabei etwas, das in anderen historischen Umbrüchen sehr präsent war: eine relevante linke Utopie und Bewegung. Die gibt es in Deutschland, in Europa und in der Welt gerade nur in Ausnahmefällen – und kaum stark genug, um Verhältnisse zu verändern. Das Ende der Welt ist näher als das Ende des Kapitalismus.</p>



<span id="more-1560"></span>



<p>Das war bis vor Kurzem anders. »Eine andere Welt ist möglich«, hieß es bis in die 2010er Jahre bei weltweiten Protesten gegen die neoliberale Globalisierung. Hier war eine echte linke Utopie auf dem Tisch: Diese Welt könnte gerecht gestaltet werden. Passend dazu gab es in den letzten Jahrzehnten tatsächlich einen gesellschaftlichen und politischen Fortschritt. Es gab Sensibilität für Klimawandel und Gleichberechtigung, es gab Politik gegen Rassismus und für globale Gerechtigkeit. Offensichtlich war das weder umfassend noch ausreichend – aber auch besser als vieles, was das 20. Jahrhundert zu bieten hatte.</p>



<p>Doch heute scheint vor allem eine schlechtere Welt möglich. Selbst Liberale und Konservative, die sich vor wenigen Jahren noch gegen linke und solidarische Krisenlösungen durchgesetzt haben, werden heute von rechts bedroht. No future starts today? Das akzeptieren wir natürlich nicht. Dagegen kämpfen wir. Aber eigentlich wollen wir doch mehr, als eine schlechtere Welt zu verhindern. Wir wollen eine bessere Welt.</p>



<p><strong>Alles könnte gut sein</strong></p>



<p>Sie wäre ja nach wie vor möglich, die bessere Welt! Die Voraussetzungen sind dafür sogar mehr erfüllt als je zuvor. Denn noch nie gab es so viele Errungenschaften und so viele Erfahrungen, aus denen zu lernen war. Die Menschen wissen nicht nur um den Horror des Krieges, um die Auswirkungen des Klimawandels, um die Konsequenzen des Faschismus – sie wissen auch von Diplomatie und Klimaschutz, von Bildung und Solidarität. Die Menschen können den Mars erreichen und Kernfusionen erzeugen. Sie können Krebs heilen, Traumata behandeln und in weltweiten Videokonferenzen mit Hunderten Expert:innen die Umsetzung klimaneutraler Städte planen. Künstliche Intelligenz kann Ernteausfälle verhindern und Sprachbarrieren überwinden. Die Menschheit hat erlebt, dass US-Präsidenten nicht weiß sein müssen und dass Frauen in Führungspositionen auch nicht mehr falsch machen als Männer. Instagram und Netfl ix machen andere Lebensrealitäten auf der ganzen Welt erfahrbar – ob im Regenwald, in Slums, in Megacitys oder in Osnabrück. Ganz zu schweigen davon, dass die Mittel längst da sind, um alle Menschen zu ernähren. Oder um Klimaneutralität zu erreichen. Diese Welt könnte platzen vor Möglichkeiten. Ein gutes Leben für alle wäre möglich.</p>



<p><strong>Leider ist es scheiße</strong></p>



<p>Aber warum tritt sie dann nicht ein, die bessere Welt? Warum erleben wir trotz riesigen Fortschritts diesen wahnsinnigen Rückschritt? Dafür fallen uns mehrere Gründe ein: zum Beispiel die Angst Einzelner, Privilegien zu verlieren. Aber insbesondere glauben wir, dass in diesem Fortschritt selbst ein Keim zum Rückschritt liegt.</p>



<p>Denn der Fortschritt folgt ja meist der Funktionsweise dieser Welt. Und dabei geht es eben nicht um ein gutes Leben für alle. Es geht darum, unter den Bedingungen von Kapitalismus und Nation zu funktionieren. Ein Gesundheitssystem zum Beispiel, das weltweit alle Patient:innen mit den passenden Expert:innen verknüpft und ihnen rasch und kostenlos die bestmögliche Diagnose und Behandlung verschafft – grundsätzlich wäre das ja möglich. Die Mittel sind da. Die Utopie ist greifb ar. Nur: Es würde die Funktionsweise von Pharmaunternehmen und nationalen Gesundheitssystemen völlig auf den Kopf stellen.</p>



<p>Denn selbstverständlich müssen Unternehmen in dieser Welt Profi t machen. Immerhin müssen sie Angestellte bezahlen und Aktienkurse nach oben treiben, um im Wettbewerb gut dazustehen. Staaten interessiert die Gesundheit ihrer Bürger:innen viel mehr als die Gesundheit von Menschen sonst wo auf der Welt. Auch ganz normale Menschen müssten sich auf dem Weg zur Gesundheitsutopie von vielen Gewissheiten und Privilegien verabschieden. Und das wird schwer – immerhin sind sie ja mit der Funktionsweise dieser Welt groß geworden. Schau dir nur die Ablehnung an, die es bereits gegen eine Bürger:innenversicherung in Deutschland oder eine Krankenversicherung in den USA gibt. Und dann sollen noch mehr Mittel mit noch mehr Menschen geteilt werden? Tschau, Gesundheitsutopie.</p>



<p>Dass der Fortschritt nicht in besseren Verhältnissen mündet, das liegt also nicht nur an individueller Bösartigkeit. Es liegt am Denken und Handeln in der Funktionsweise dieser Welt. Und das ist nun einmal die Logik von Verwertungszwang und Konkurrenz, von Privilegien und von Ausgrenzung.</p>



<p><strong>Heimvorteil für Arschlöcher</strong></p>



<p>Was die Sache noch schlimmer macht: Die Rechten müssen einfach nur die Ängste verstärken, die die Menschen in dieser Welt ohnehin schon haben. Zum Beispiel die Angst davor, im Kampf um Vorteile (auch nur scheinbar) etwas abgeben zu müssen. Der rechte Schlachtruf »Wir zuerst« bedient die Funktionsweise dieser Welt also ganz gut – genauso wie das Bedürfnis, vermeintliche und tatsächliche Probleme dieser komplizierten Welt auf Sündenböcke abwälzen zu können. »Die anderen<sup data-fn="4494ce5c-a696-4002-9457-9c7bad0b335d" class="fn"><a href="#4494ce5c-a696-4002-9457-9c7bad0b335d" id="4494ce5c-a696-4002-9457-9c7bad0b335d-link">1</a></sup> sind schuld« ist daher eine weitere Parole der Rechten, die brutal gut funktioniert. Rechte und Fundamentalisten müssen die Logik von Ausgrenzung und Konkurrenz also nur noch zuspitzen. Sie haben in der schlechten Welt Heimvorteil.</p>



<p><strong><s>Hurra, die Welt geht unter<br></s>Geschichte wird gemacht</strong></p>



<p>Also ist jetzt alles egal? Hurra, die Welt geht unter? Überhaupt gar nicht, denn es gibt doch noch eine gute Nachricht: All das, all der Fortschritt, all die uneingelösten Utopien – all das wurde von Menschen gemacht. Also kann es auch von Menschen verändert werden. Denn so schlimm es auch aussehen mag: Weder Naturgesetze noch Götter hindern uns daran, diese Welt zu einer besseren zu machen. Was dem entgegensteht, ist »nur« das Denken und Handeln der Leute in einer Welt voller Grenzen, Profit und Ungleichheit. Wir müssen also um die Köpfe der Menschen kämpfen.</p>



<p>Möglichkeiten gibt es dafür immer wieder. Die eben beschriebene Gesundheitsutopie passt zum Beispiel kaum in diese Welt, aber mit der Coronapandemie waren viele Gewissheiten für Pharmaunternehmen und Staaten auf einmal aufgehoben. Wenn eine globale Linke stärker gewesen wäre, vielleicht wäre die Gesundheitsutopie dann umgesetzt worden? Jedenfalls war die Geschichte plötzlich off en. Und genau das passiert ja ständig, im Großen wie im Kleinen.</p>



<p>Und nein, diese Welt soll nicht brennen und untergehen, damit sie besser werden kann. Untergangswünsche gibt‘s woanders schon genug. Wir sind nicht dystopisch. Wir sind utopisch, und wir sind sehr praktisch: Wir wollen die riesigen Errungenschaften dieser Welt endlich für das Glück aller Menschen nutzen. Und was für Errungenschaften erst möglich wären, wenn der Fortschritt von der traurigen Funktionsweise dieser Welt befreit wäre und sich tatsächlich um das gute Leben für alle drehen würde …</p>



<p><strong>Immer noch eine Welt zu gewinnen</strong></p>



<p>Und noch eine gute Nachricht: Mit linken Utopien haben wir unendlich viel mehr anzubieten als alle rechten Arschlöcher dieser Welt zusammen. Denn die wollen Hass und Ausgrenzung, also eine niemals endende Gewalt. Wir wollen ein gutes Leben für alle. Das Ende der Gewalt.</p>



<p>Und damit haben wir nicht nur die sozialere und nachhaltigere, sondern auch die vielvielviel angenehmere Antwort auf die Probleme dieser Zeit. Dein Nachbar ist unzufrieden mit den Verhältnissen? Dann redet doch mal nicht über seine Angst vor Migranten und Heizungsgesetzen. Sondern darüber, wie sehr diese Welt schon längst ein gutes Leben für alle gewährleisten könnte. Und zwar auch für ihn: für seine Gesundheitsversorgung, für die lebenswerte Zukunft seiner Kinder und für alles, was von seinen verkümmerten Vorstellungen von Nächstenliebe oder Solidarität noch übrig ist. Das ist alles noch nicht verloren.</p>



<p>Nein, wir erleben nicht das Ende linker Utopien. Wir erleben ihre Notwendigkeit. Es ist an uns, den Menschen ihre Machbarkeit zu zeigen. Denn sie haben immer noch eine Welt zu gewinnen.</p>


<ol class="wp-block-footnotes"><li id="4494ce5c-a696-4002-9457-9c7bad0b335d">Wahlweise: Migrant:innen, queere und/oder jüdische Menschen, Linke, progressive Klimapolitiker:innen, Demokrat:innen, … <a href="#4494ce5c-a696-4002-9457-9c7bad0b335d-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 1 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li></ol>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>»Irreplaceable?«</title>
		<link>https://www.strassenauszucker.tk/2025/02/irreplaceable/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[strassenauszucker]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Feb 2025 21:14:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[# 18 | (Ende der) Utopie]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel]]></category>
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					<description><![CDATA[➞ English version Warum du dir (noch) keine befreite Gesellschaft vorstellen kannst Alles ist wie immer: arbeiten, mieten, kaufen, besitzen. Wir gehen 40 Stunden die Woche zur Arbeit, wir bezahlen mit unserer Zeit und Energie und bekommen dafür Geld, wir sind gestresst und werden mitunter davon krank. Die bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse wirken vorbestimmt und naturgegeben. Wie [&#8230;]]]></description>
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<p>➞ <a href="https://www.strassenauszucker.tk/2025/02/irreplaceable-english/" data-type="link" data-id="https://www.strassenauszucker.tk/2025/02/irreplaceable-english/">English version</a></p>



<p><strong>Warum du dir (noch) keine befreite Gesellschaft vorstellen kannst</strong></p>



<p>Alles ist wie immer: arbeiten, mieten, kaufen, besitzen. Wir gehen 40 Stunden die Woche zur Arbeit, wir bezahlen mit unserer Zeit und Energie und bekommen dafür Geld, wir sind gestresst und werden mitunter davon krank. Die bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse wirken vorbestimmt und naturgegeben. Wie eine Käseglocke stülpt sich der Kapitalismus über unser Leben, Handeln und Denken. Es entsteht eine Atmosphäre, die sich über Kultur, Arbeit und Bildung legt. Stickige Luft, die über Jahrhunderte als die beste Luft zum Atmen vermarktet wurde. Tatsache, naturgegeben, Luft halt. Der Mief des Kapitalismus wird nicht nur als einzig mögliches System gesehen. Es ist (fast) unmöglich, sich eine Alternative auch nur vorzustellen. Der Sauerstoff des Kapitalismus ist ganz klar das Wachstum und die ewige Ausdehnung des Marktes. Psychische Gesundheit oder Umweltressourcen werden als gegebene, nicht endende Nährstoffe gesehen.</p>



<span id="more-1564"></span>



<p>Die kapitalistische Käseglocke stülpt sich über alle gesellschaftlichen Strukturen. Gesundheitsvorsorge und Bildungssysteme werden wie Unternehmen geführt: größer, schneller, günstiger. Aber das System ist auch auf die Mitarbeit der Mehrheit angewiesen. Ganz »natürlich« werden auch persönliche Entscheidungen in der Logik des kapitalistischen Denkens getroffen. So entscheiden wir uns für den nervigeren Job, um mehr Geld zu verdienen, um vielleicht Geld anzusparen, um vielleicht irgendwann eine Eigentumswohnung zu kaufen, die dann vielleicht irgendwann abbezahlt ist. Besitz wird als Sicherheit vermittelt und Sicherheit fühlt sich gut an. Doch nicht nur Besitz wird vom Kapitalismus durchdrungen, sondern auch Bedürfnisse, Gefühle und persönliche Wertigkeit.</p>



<p>Begriffe wie Work-Life-Balance stehen in direkter Verbindung zu Selbstoptimierung: Wenn die Work getan ist, muss das Life effektiv genutzt werden. Sport, gesunde Ernährung, Gartenprojekte und BaristaKurse sollten geplant werden. Und wenn du Schwierigkeiten dabei hast, gibt es Lifecoaches, die du von deinem Work-Geld bezahlen kannst, um dein Life besser zu machen. Top!</p>



<p><strong>»Bad romance«</strong></p>



<p>Auch in der Liebe werden Beziehungen kalkuliert, verglichen und auf ihre Nützlichkeit geprüft. Auf Dating-Apps werden wir aufgefordert, uns selbst zu vermarkten und unsere Vielschichtigkeit in einen Scroll-Moment eines anonymen Publikums zu packen. Und auch wir konsumieren fließbandähnlich Menschen und wägen ab, ob Größe, Kinderwunsch und der süße Hund auf dem dritten Bild zu uns passen. Das Erfolgsrezept für viele Matches ist ein sprachlich origineller Text und ein physisch konventionelles Erscheinungsbild. Die Auswahl ist riesig. Um effizienter zu sein, werden Emojis wie Pfirsiche oder Flammen benutzt und auf ersten Dates werden drehbuchartig die gleichen Fragen abgespult, um vergleichen zu können. Und schließlich die alles entscheidende Frage: Könnte es noch etwas Besseres auf dem Liebesmarkt geben?</p>



<p>Die kapitalistische Käseglocke umschließt sämtliche gesellschaftliche Verhältnisse: Natürlich kostet die Miete, natürlich geht es um gute Noten, natürlich ist Karriere machen sexy, natürlich ist die Altersvorsorge wichtig, natürlich muss ich im Supermarkt zahlen, natürlich kann ich für Sex bezahlen, natürlich haben manche Menschen mehr Macht als andere, natürlich brauchen Länder Aufrüstung und Menschen Pässe, natürlich gibt es Waldbrände und Überschwemmungen, natürlich gibt es die Polizei, natürlich gibt es in Deutschland Rassismus, Antisemitismus, Ableismus und Sexismus, natürlich ist jede:r sich selbst am nächsten. Natürlich kann es nicht ganz anders sein. </p>



<p><strong>»It´s me, hi, I´m the problem, it´s me« </strong></p>



<p>Auch Linke sind nicht immun gegen diese scheinbare Alternativlosigkeit. Viele haben die Hoffnung verloren und versuchen gar nicht mehr, politisch etwas zu ändern. Oder sie stellen zwar politische Forderungen, zielen aber nur noch auf kleine Veränderungen im großen Ganzen – nicht mehr als Ergänzung, sondern als Ersatz für die Revolution. Quasi Politik unter der Käseglocke: Die Kuppel bleibt, aber vielleicht lässt sich ja der Geruch darunter ein bisschen erträglicher machen. Andere verschreiben sich dem blinden Aktionismus: Im Angesicht der aktuellen Krisen und Katastrophen treten sie wild gegen die Kuppel, in der Hoffnung, dass irgendwas passiert – und brechen sich dabei doch nur den Fuß. Die fehlende Möglichkeit einer ganz anderen Welt wurde auch hier verinnerlicht. </p>



<p>Wir alle sind ein Teil des Kapitalismus, in dem wir leben und der uns von klein auf vorgelebt und beigebracht wurde. Wie wir laufen gelernt haben, haben wir schließlich auch kaufen gelernt. Aber nach dem Motto »Don‘t blame the clown if you are in a circus« lohnt es sich, diese gesellschaftliche Realität zu hinterfragen. Es lohnt sich, einmal Pause zu machen, tief durchzuatmen und sich zu fragen, ob die Luft nicht eigentlich krank macht. Ob das, was für normal erklärt wird, auch naturgegeben ist. Spoiler: Ist es nicht. Was ist also real und was wird uns nur so verkauft? </p>



<p><strong>»Love the way you lie« </strong></p>



<p>Eine moralische Kritik am Kapitalismus, nach der man nur dessen Symptome wie Krieg und Armut bekämpfen müsse, ist zwecklos. Die Kernidee wird so nicht hinterfragt. Ebenso gilt das für die Kritik an Einzelpersonen, die als Gesicht für unpersönliche und abstrakte kapitalistische Prozesse herangezogen werden. Elon Musk oder Jeff Bezos sind zwar schwer zu ertragen, wenn sie jedoch weg wären, wäre das System immer noch da. Wichtig ist stattdessen die Entschleierung des angeblich naturgegebenen Status quo und das Aufzeigen der tatsächlichen Realität. Verhältnisse müssen nicht so sein, wie sie jetzt sind, und Erwartungen an Menschen sind konstruiert. </p>



<p>Real beispielsweise sind Umweltkatastrophen, die Klimakrise und das drohende Ende natürlicher Ressourcen. Die Probleme sind konkret und beängstigend: Waldbrände, Überschwemmungen, Artensterben und immer wachsende Gefahrenzonen. Nur in einer Fantasiewelt können diese behandeln lassen. position? Herausforderungen mit E-Autos, Ökostrom und befestigten Deckeln an Plastikflaschen gemeistert werden. Aber tatsächlich ist es eben so, dass Umweltkatastrophen immer mehr menschengemacht sind, nicht einfach so wieder aufhören und sich auch nicht mit kapitalistischen Spaßpflastern behandeln lassen.</p>



<p>Ebenso real sind alltäglich gewordene psychische Störungen, wie Depressionen und Burn-out. Gerade weil sie alltäglich sind, ist es wichtig, sie zu politisieren und zu beleuchten, wie toll die Lebensqualität im Kapitalismus wirklich ist. Anstatt zu hinterfragen, warum gerade so viele junge Menschen unter Stress, Ängsten Verhandlungs- und Konkurrenzkämpfen leiden, wird das Individuum verantwortlich gemacht. Die Quelle des Glücks liegt in dir selbst! Aber tatsächlich ist es eben anders: Du kannst es nämlich nicht immer schaffen, wenn du es nur wirklich willst. Und diejenigen, die unter körperlichen Krankheiten wie ME/CFS leiden, die die Betroffenen komplett lahmlegen, werden wortwörtlich totgeschwiegen. Wer im kapitalistischen Apparat unbrauchbar wird, der hat Pech gehabt. Aber tatsächlich ist es eben anders: Du bist nicht nur etwas wert, wenn du arbeitest. </p>



<p><strong>»The rest is still unwritten« </strong></p>



<p>Eine ausgefeilte Utopie oder den einen Masterplan werden wir nicht liefern können. Das liegt auch an der Utopie an sich, die laufend weiterentwickelt wird und somit kein fester Plan ist. Es geht eher darum, die Naturalisierung der Umstände zu hinterfragen, um dadurch überhaupt (wieder) an Alternativen denken zu können.</p>



<p>Neben dem Hinterfragen der Verhältnisse hilft jedoch auch, die Möglichkeit der Utopie anzuerkennen. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt: Das, was einmal für unmöglich gehalten wurde, scheint heute machbar oder ist sogar schon Realität geworden. Das Frauenwahlrecht zum Beispiel oder auch Reisen zum Mond. Und auch umgekehrt: Was einmal realistisch wirkte, wird nun als unmöglich gesehen. 1918 schien die befreite Gesellschaft etwa deutlich näher als heute, wie du <a href="https://www.strassenauszucker.tk/2025/02/danke-ebert/">in diesem Artikel</a> nachlesen kannst. </p>



<p>Letztendlich ist für all diese Ansätze das Wichtigste, Räume für den Austausch miteinander zu schaffen. Dies kann in organisierten Gruppen wie auch in Gesprächen mit Freund:innen passieren. Um kleine Schritte in die richtige Richtung zu gehen, hilft es, groß zu denken, zu sprechen und sich zu erlauben, von etwas Besserem zu träumen. Die kapitalistische Käseglocke könnte Risse bekommen, wenn viele über frische Luft nachdenken.</p>



<p><strong>Zum Weiterlesen:<br></strong>Mark Fisher: <a href="https://www.vsa-verlag.de/nc/detail/artikel/kapitalistischer-realismus-ohne-alternative/">Kapitalistischer Realismus ohne Alternative?</a> 2013. 13 €.<br>Eva Illouz: <a href="https://www.suhrkamp.de/buch/eva-illouz-gefuehle-in-zeiten-des-kapitalismus-t-9783518294574">Gefühle in Zeiten des Kapitalismus</a>. 2007. 16 €.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Dr. Zucker hört dir zu</title>
		<link>https://www.strassenauszucker.tk/2025/02/dr-zucker-hoert-dir-zu/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[strassenauszucker]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Feb 2025 21:12:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[# 18 | (Ende der) Utopie]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
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					<description><![CDATA[Sprich dich aus… Du träumst manchmal von einer anderen Welt? Keine Panik: Damit bist du nicht allein. Dr. Zucker hört dir zu.Woran denkst du, wenn du die Augen schließt und dir eine bessere Welt vorstellst? Bei Dr. Zucker ist Platz für die ganz großen Utopien und die kleinsten utopischen Momente. Deswegen haben wir bei unseren [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Sprich dich aus…</strong></p>



<p><em>Du träumst manchmal von einer anderen Welt? Keine Panik: Damit bist du nicht allein. Dr. Zucker hört dir zu.<br>Woran denkst du, wenn du die Augen schließt und dir eine bessere Welt vorstellst? Bei Dr. Zucker ist Platz für die ganz großen Utopien und die kleinsten utopischen Momente. Deswegen haben wir bei unseren Leser:innen nachgefragt:</em></p>



<span id="more-1566"></span>



<p><strong>Was ist deine Utopie?</strong></p>



<p>Sulo (23, Hamburg): Eine Welt, in der für immer Frühling ist, und absolute Selbstbestimmung.</p>



<p>Sarah (28, Leipzig): Ein friedliches Leben in einer Hausgemeinschaft in der Stadt mit Garten. </p>



<p>Ben (33, Passau): Eine Welt, in der niemand gezwungen ist, sinnlose Jobs anzunehmen, um sich das Leben zu finanzieren. Es ist so schrecklich, jede Woche 40 Stunden mit einem sinnlosen Bullshitjob zu verbringen, nur um die Rechnungen bezahlen zu können – während sinnvolle und spaßige Aufgaben warten, aber kaum Geld einbringen. </p>



<p>Ronny (24, Köln): Meine Utopie ist eine Gesellschaft, in der systemrelevante Arbeit die höchste Anerkennung bekommt. Soll heißen: Geld. Banker und Coaches, Manager:innen und Finanzberater:innen müssen sich dann was dazuverdienen (aber dafür leben sie ihren Traum!). </p>



<p>Moritz (26, Dresden): Eine Welt, in der kein Mensch gegenüber anderen privilegiert ist. </p>



<p>Judith (34, Crimmitschau): Eine Gesellschaft, in der ich immer davon ausgehen kann, dass alle ehrlich mein Bestes wollen. Ein Miteinander, das von Solidarität, Wissensdrang und Gemeinschaft geprägt ist und in dem alle Menschen ein gutes Leben führen können. </p>



<p>Lotte (30, Berlin): Eine Welt, in der alle frei und gleich sind, solidarisch miteinander leben statt in Konkurrenz gegeneinander kämpfen, in der alle Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit gleichwertig sind, in der es keine Hierarchien, Diskriminierung, Ausgrenzung, Ausbeutung, Herrschafts- und Machtverhältnisse gibt. </p>



<p>Paul (18, Münster): Ein Ort, an dem Frieden, Freiheit, Gleichheit herrscht. </p>



<p>Schali (19, Cottbus): In meiner utopischen Vorstellung einer Welt ist es im Prinzip so, wie es war, als ich noch jung war. Wir Jungs aus der Platte haben alle zusammen gechillt, niemand hat uns für unser Aussehen oder unsere Meinung fertig machen wollen und wir haben harmonisch zusammengelebt. Allerdings wäre es schön gewesen, wenn nicht der Großteil unserer Eltern am Existenzminimum hätten leben müssen, sodass wir auch in der Schule nicht die gleichen Chancen hatten wie die Kinder der wohlhabenderen Eltern. Diese Spaltung, aber auch das stigmatisierende Denken, alle aus dem Osten wären dumm und unzivilisiert, hat bei vielen Homies so viel Frust ausgelöst, der durch mangelnde Jugendangebote nicht aufgefangen werden konnte, dass die sich (auch politisch) in eine komplett krasse Richtung entwickelt haben. Ich wünsche mir im Allgemeinen weniger Ungleichheit und mehr Gerechtigkeit und vor allem mehr Verständnis für jüngere Menschen – gerade auch aus Vierteln, in denen Rechte den Kiez dominieren. Wo es eben leider nicht normal ist, links zu sein, und wo der antifaschistische und antikapitalistische Ansatz sich zumindest anders anfühlt. </p>



<p>Jona (25, Einbeck): Meine Utopie ist, dass Menschen frei und ohne Zwang leben können, dass es keine Grenzen mehr gibt und die Leute in kleineren Gruppen zusammenleben und alles teilen. Es wird zusammen produziert und verbraucht, zusammen gekocht und gelacht. Ohne dass irgendwer Befehle erteilt. Auch Konflikte werden durch Kommunikation gelöst und ohne Gefängnis und Co. </p>



<p>Philipp (25, Berlin): Mein Alltag würde ungefähr so aussehen: Ausschlafen bis elf, Spazieren im Wald, Frühstücken mit Freunden, dann den ganzen Tag draußen oder in einer Werkstatt etwas basteln und bauen, wie man lustig ist, und zum Abend Pizza und Bier am Strand. Bei dem Begriff Utopie denke ich an ein gemeinsames sorgenfreies Leben in Harmonie, in dem man sich kreativ austoben kann – ohne Einschränkungen durch zum Beispiel nervige Mietkosten. </p>



<p><strong>Kennst du utopische Projekte in deiner Umgebung? Erzähl uns davon! </strong></p>



<p>Sulo (23, Hamburg): Die Freie Republik Wendland und Lützerath. </p>



<p>Sarah (28, Leipzig): Die Conserve in Leipzig zum Beispiel. </p>



<p>Ronny (24, Köln): Meiner Universität liegt nichts daran, dass Studierende sich begegnen, organisieren und Utopien denken können. Zum Glück gibt es einen seit Jahrzehnten besetzten und seitdem umkämpften Raum, der genau das möglich macht. Außerdem gibt es in meiner Stadt das utopische Projekt eines genossenschaftlichen Clubs. Seit Längerem sucht die Genossenschaft Krakelee dafür vergeblich nach einer Location. Hoffentlich wird aus der Utopie bald Realität! </p>



<p>Moritz (26, Dresden): Das Ostpol in Dresden als Veranstaltungsort linker Initiativen und das Rattenloch als linker Jugendclub mit Konzerten. </p>



<p>Schali (19, Cottbus): Ich habe kürzlich von mobilen Jugendclubs gehört – das wäre schon einmal ein Anfang. </p>



<p>Karl (17, Trier): Antifa.</p>



<p>Jona (25, Einbeck): Es gibt mehrere Solidarische-Landwirtschaft-Kollektive und Hausprojekte, wo Menschen alternativ zusammenleben. Alles jedoch auch im Kapitalismus … </p>



<p>Philipp (25, Berlin): Ja, es gibt viele tolle Landwirtschafts-, Hof- und Hausprojekte, wo Menschen gemeinsam leben, wohnen und wirtschaften. </p>



<p><em>Hast du Fragen an Dr. Zucker? Schreib uns bei Instagram, TikTok oder per Mail an saz@riseup.net!</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>No Front!</title>
		<link>https://www.strassenauszucker.tk/2025/02/no-front/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[strassenauszucker]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Feb 2025 21:10:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[# 18 | (Ende der) Utopie]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie steht es um die Linken und den Krieg? Unter Linken herrscht Utopieflaute. Die Kriege in Nahost und der Ukraine tragen maßgeblich dazu bei. Sie haben alte Gewissheiten umgeworfen und rufen nach einer Haltungsänderung. Waffenlieferungen und Aufrüstung werden neu diskutiert. Einige Linke, die diese Forderungen bislang kategorisch abgelehnt haben, sehen sich dazu nicht mehr in [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Wie steht es um die Linken und den Krieg?</strong></p>



<p>Unter Linken herrscht Utopieflaute. Die Kriege in Nahost und der Ukraine tragen maßgeblich dazu bei. Sie haben alte Gewissheiten umgeworfen und rufen nach einer Haltungsänderung. Waffenlieferungen und Aufrüstung werden neu diskutiert. Einige Linke, die diese Forderungen bislang kategorisch abgelehnt haben, sehen sich dazu nicht mehr in der Lage. Andere, die friedenspolitische Prinzipien wie z.B. Diplomatie weiterhin hochhalten, haben einen schweren Stand. Das spaltet, macht ohnmächtig und hoffnungslos.</p>



<span id="more-1572"></span>



<p>Wie aber kann es Linken gelingen, auf die komplexen Bedrohungslagen von heute einzugehen, ohne die eigenen Prinzipien zu verraten? Wo muss an friedenspolitischen Mitteln festgehalten werden? Und wo müssen Eingeständnisse gemacht werden? Wir als SaZ-Redaktion haben da auch kein Patentrezept. Aber egal, wie die Antworten auf diese Fragen ausfallen – wenn wir nicht wollen, dass Freund:innenschaften und Politgruppen zerbrechen und die verschiedenen Lager zunehmend einheitliche Zusammenschlüsse bilden, müssen wir reden.</p>



<p>Dieses fiktive Tischgespräch soll eine Anregung zum Diskutieren sein, um utopische und linke Ideen neu zu entwerfen – oder zumindest Onkel Bernd am Frühstückstisch Paroli zu bieten.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p><strong>Bernd: </strong>Na Mara, wie läuft‘s in der Schule? </p>



<p><strong>Mara:</strong> Es geht. Letztens hatten wir Besuch von einem Jugendoffizier der Bundeswehr. Aber in ganz lockerem Rahmen. Wir durften ihn sogar duzen. Da kann man sich direkt ausmalen, wie gesellig es mit so einem im Schützengraben wäre. Aber Spaß beiseite: Es geht gar nicht, dass die Schule jetzt zur Personalbeschaffungsstelle fürs Heer wird. </p>



<p><strong>Bernd:</strong> Findest du nicht, dass du es dir damit zu einfach machst? Ich war früher auch bei Friedensdemos, aber damals war Deutschland auch in einer bequemeren Lage und wurde durch Supermächte aus West und Ost beschützt. Auf die können wir heute aber nicht mehr zählen. </p>



<p><strong>Mara: </strong>Es reicht natürlich nicht, das Militär als Schmuddeltruppe abzutun – obwohl es dafür gute Gründe gibt. Man muss sich trotzdem tiefer damit befassen. Und weil die Welt so kompliziert ist, wie sie ist, stecken linke Positionen da natürlich schnell in der Klemme. Aber gerade weil man sich nicht damit zufriedengeben darf, hinter Waffengewalt zu stehen, muss man sie von innen heraus verstehen. Pöbeln allein reicht nicht.</p>



<p><strong>Bernd:</strong> Ja, dann ist es doch nur richtig, auch in der Schule zu informieren!</p>



<p><strong>Mara:</strong> Nein, da geht es ja gerade nicht darum, zu informieren und die Bundeswehr auf ein nötiges Minimum zu begrenzen. Es wird kein Hehl daraus gemacht, dass der Truppe da gerne von jungen Menschen die Tür eingerannt werden soll. Die Zahl der minderjährigen Soldat:innen in Deutschland geht momentan hoch. Warum wird es Lehrkräften nicht zugetraut, Sicherheitspolitik zu vermitteln? Ich dachte, dass Schulen ein neutraler Ort sein sollen. Im Fall der Bundeswehr wird so getan, als ob die eine neutrale Notwendigkeit darstellt. Wir sollen schon früh lernen, dass Sicherheit olivgrün und uniformiert aussieht. Aber was ist eigentlich mit Friedensorganisationen? Nicht mal die scheiß UN werden eingeladen! </p>



<p><strong>Bernd: </strong>Die Bedingungen machen das unmöglich. Deutschland stellt sich darauf ein, dass Sicherheit heutzutage ein ernst zu nehmendes Bedürfnis ist. Und tut mir leid, aber ich glaube, Linke sind leider nicht in der Lage, Antworten auf aktuelle Sicherheitsfragen zu geben. Und »Frieden schaffen ohne Waffen« hört man natürlich extra laut, wenn das geliebte Russland involviert ist. </p>



<p><strong>Mara:</strong> Natürlich ist diese Sowjetnostalgie Quatsch. Aber die aktuelle Dämonisierung der gesamten russischen Nation ist auch dumm. Nicht alle Russ:innen stehen hinter Putin. Solche Feindbilder erzeugen bei den Menschen mehr Kriegsbereitschaft und das ist auch so gewollt. Und was Waffenlieferungen angeht, ist nicht gesichert, dass immer mehr davon der Ukraine wirklich helfen. Natürlich ist es seit dem Ukrainekrieg schwer, klar dagegen zu sein. Es gibt seltene Fälle, bei denen militärische Intervention notwendig sein kann. Deutschland wurde z.B. auch nicht mit guter Gesprächsführung vom Faschismus befreit. Aber wichtig ist, dass zuerst alle zivilen Maßnahmen ausprobiert werden. Die deutsche Regierung setzt aktuell blindlings auf militärische Verteidigung. Sicherheit ist aber nicht einfach Schießen und Grenzen sichern. Echte Sicherheit heißt soziale Sicherheit, und zwar global. Oder ein bisschen mehr Mühe, die Klimakatastrophe zu verhindern. Das würde für viele Menschen echte Sicherheit bedeuten. Aber das juckt hier nicht. </p>



<p><strong>Bernd:</strong> Aber im Fall der Ukraine muss man sich Putins Absichten genau angucken. Der träumt von einem großrussischen Reich. Und es gibt keine Garantie dafür, dass die Ukraine sein letztes Opfer ist. Solchen Leuten darf man nicht mit Zweifeln begegnen. Die muss man abschrecken, und zwar mit Panzern! Man muss dem Gegner signalisieren: Du brauchst es gar nicht erst zu versuchen. </p>



<p><strong>Mara:</strong> Durch genau diese Ideologie ist die Welt wieder mitten in einem Wettrüsten. Das Problem dabei ist, dass irgendwann mal einer Ernst machen muss. Das ist ein Spiel mit dem Feuer. Bloß, dass dieses Feuer uns alle auslöschen könnte. Und das sollte uns allen mehr entlocken als ein bloßes »muss ja«. Das passt aber nicht zum Anspruch des Bundeskanzlers, europäische Führungsmacht zu werden. Der Traum einer bombensicheren Festung, die mit den Großen am Tisch sitzen kann, hat für Frieden leider nicht viel übrig. </p>



<p><strong>Bernd:</strong> Dieser Anspruch Deutschlands könnte sich aber auch positiv auswirken und zu einer Stabilität Europas beitragen. In Deutschland ist immerhin noch keine rechtsextreme Partei an der Spitze – anders als in anderen europäischen Ländern. So kann Europa als globale Friedenskraft wirken. Der Westen steht für Freiheit und sollte dafür auch eintreten. </p>



<p><strong>Mara:</strong> Deine Argumente klingen erst mal ganz nett. Aber leider endet diese sogenannte Freiheit spätestens an den Außengrenzen. Und ich weiß nicht genau, was du mit Friedenskraft meinst. Die militärischen Ausgaben Deutschlands stehen in starkem Kontrast zu den vergleichsweise geringen Investitionen in friedliche und präventive Maßnahmen. Außerdem ist Deutschland immer noch einer der größten Waffenexporteure – auch an die Türkei oder Saudi-Arabien. Die machen genau das, was Putin macht. Aber da liefert man Waffen hin. Das Gerede über eine Friedensmacht ist also blanke Heuchelei. </p>



<p><strong>Bernd:</strong> Klar hat Deutschland geopolitische und wirtschaftliche Interessen. So funktioniert Außenpolitik. Und ja, vielleicht ist es ein Eigentor, so zu tun, als würde Moral eine Rolle spielen. Vielleicht sollte die Regierung direkt kommunizieren, dass es keine Werte, sondern staatliche Interessen sind, die die Außenpolitik leiten. </p>



<p><strong>Mara:</strong> Das wäre das Mindeste. Apropos staatliche Interessen: Jetzt wird ja der Wehrdienst wieder eingeführt. Ich für meinen Teil habe nicht das Bedürfnis, mich hinter einen Staat zu stellen, der als Erstes beim Schulessen und beim Kindergeld spart. Und selbst wenn, lasse ich mich nicht verheizen. Wie wäre es denn mal mit einer Aufrüstung des Sozialstaats? Dazu dann gerne noch ein Sondervermögen fürs Klima! Die Kohle dafür ist da. Aber wir sollen uns jetzt bereit machen für die Front, um für ein Land zu kämpfen, das in Kriegswirtschaft investiert und uns mit immer aggressiverer Abschiebepolitik in Sicherheit wiegen will. Erst sollen wir alle allein klarkommen und jetzt auf einmal für den gesellschaftlichen Zusammenhalt unseren Kopf hinhalten? Das wahre Problem ist doch, dass wir in einer Welt leben, in der Staaten konkurrieren und dafür dann auch gerne mal die eigenen Untertanen zur Waffe greifen lassen, um aufeinander loszugehen. </p>



<p><strong>Bernd:</strong> Na ja! Auch wenn nicht alles perfekt ist, haben wir hier in Deutschland eine Demokratie, Menschenrechte und relativen Wohlstand. Kannst du mir mal die Butter geben? </p>



<p><strong>Mara: </strong>Willst du »Butter oder Kanonen«? </p>



<p><strong>Bernd:</strong> Hä? </p>



<p><strong>Mara:</strong> Das hat der Präsident eines Wirtschaftsforschungsinstituts letztens in einer Talkshow gebracht. Diese zynische Frage hat übrigens auch schon Rudolf Hess, Reichsminister und Stellvertreter Hitlers, gestellt, als es darum ging, das gesamte zivile Leben dem Krieg unterzuordnen. Ich habe so langsam das Gefühl, Deutschland geht wieder Richtung Heimatfront. </p>



<p><strong>Bernd:</strong> Dieses Land ist nicht kriegstüchtig. Es gibt bei den Leuten eher eine Abneigung gegenüber allem, was mit Krieg zu tun hat. Und die Bundeswehr hatte nicht mal genug Geld für Unterwäsche. Da geht es eher ums Ausrüsten als ums Aufrüsten. Und es ist gut, die Leute mal mit der Realität zu konfrontieren. </p>



<p><strong>Mara:</strong> Das sind aber teure Unterhosen. Und wer sagt, wann genug ist? Wer stellt sicher, dass der Schutz von Menschen im Fokus steht und nicht die militärische Sicherheit von Staaten oder das Wahren von künstlich gezogenen Grenzen? Und genau deshalb gilt es, sich als Linke gegen diese Kampflust zu stellen, die es auch noch wagt, sich Sicherheitspolitik zu nennen. </p>



<p><strong>Bernd:</strong> Ich hoffe natürlich auch, dass wir bald in die Lage kommen, uns wieder um friedenspolitische Fragen zu kümmern. Das sehe ich aber gerade nicht. Vielleicht schaffen wir ja davor ein wenig Entspannungspolitik am Frühstückstisch? </p>



<p><strong>Mara:</strong> Die Voraussetzungen für Friedenspolitik werden nie vom Himmel fallen. Wirkliche Friedenspolitik muss aktiv gestartet werden – ohne Illusionen und ohne Heuchelei. Aber hier hast du einen Punkt: Frühstück ist zwar nicht alles, aber ohne Frühstück ist alles nichts.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p><strong>Zum Weiterlesen und -hören:<br></strong>Peter Wahl: <a href="https://www.vsa-verlag.de/nc/buecher/detail/artikel/der-krieg-und-die-linken/">Der Krieg und die Linken. Bellizistische Narrative, Kriegsschuld-Debatten und Kompromiss-Frieden</a>. 2023. 10 €.<br>Jan van Aken: <a href="https://www.ullstein.de/werke/worte-statt-waffen/hardcover/9783430211154">Worte statt Waffen. Wie Kriege enden und Frieden verhandelt werden kann</a>. 2024. 23 €.<br>Podcast »Wohlstand für Alle«: <a href="https://www.youtube.com/watch?v=ReA8j8siFow">Oma Courage? Wieso die FDP zu doof für Brecht ist</a>. 2024.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>DANKE EBERT!!</title>
		<link>https://www.strassenauszucker.tk/2025/02/danke-ebert/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[strassenauszucker]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Feb 2025 21:08:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[# 18 | (Ende der) Utopie]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie vor 100 Jahren die Utopie verhindert wurde Deine Geschichtslehrerin hat dir nicht die Wahrheit gesagt. Sicher nicht absichtlich. Aber sie hat dir beigebracht, was sie im Studium gelernt hat. Und an der Uni herrscht bis heute ein einseitiger Blick auf Geschichte. Kein Wunder, in der Vergangenheit durften ja auch nur ausgewählte Menschen ihr Leben [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Wie vor 100 Jahren die Utopie verhindert wurde</strong></p>



<p><strong>Deine Geschichtslehrerin hat dir nicht die Wahrheit gesagt.</strong></p>



<p>Sicher nicht absichtlich. Aber sie hat dir beigebracht, was sie im Studium gelernt hat. Und an der Uni herrscht bis heute ein einseitiger Blick auf Geschichte. Kein Wunder, in der Vergangenheit durften ja auch nur ausgewählte Menschen ihr Leben der Wissenschaft und Forschung widmen: nämlich reiche und privilegierte Männer. Darum gibt es auch so große Lücken in der Frauengeschichte (logisch – in Mecklenburg durften Frauen zum Beispiel erst ab 1909 studieren) oder im historischen Wissen über arme Menschen am Rand der Gesellschaft. Erst seit ein paar Jahrzehnten interessiert sich die Geschichtswissenschaft für sogenannte Alltagsgeschichte und begibt sich auf die Spuren von Bäuer:innen oder einfachen Handwerker:innen, statt sich nur Königshäusern, Fürsten und Kriegen zu widmen. Da es schon immer viel mehr bürgerliche Akademiker:innen gab als solche aus Arbeiter:innenfamilien, haben sich auch sehr bürgerliche Perspektiven auf unsere Geschichte durchgesetzt. Und genau diese werden uns letztlich in der Schule vermittelt.</p>



<span id="more-1578"></span>



<p>Vermutlich hast du schon mal von der »Novemberrevolution 1918/19« gehört? Geschichtslehrer-Voice on: »Denkt noch mal nach, ihr wisst das alle. Erster Weltkrieg, alle waren kriegsmüde, dann haben die Kieler Matrosen gemeutert und es ist kurz Revolution ausgebrochen (logisch, im November), Kaiser Wilhelm musste abdanken und – das ist klausurrelevant – Karl Liebknecht und Philipp Scheidemann haben am selben Tag in Berlin die Republik ausgerufen. Dann fanden zum ersten Mal im ganzen Reich freie Wahlen statt.« Lehrer-Voice off. Nun ja, Liebknecht wurde dann ermordet, Scheidemann wurde Reichsministerpräsident und regierte zusammen mit seinem Bro Friedrich Ebert die erste deutsche Demokratie: die Weimarer Republik. Und falls du das alles nicht mehr wusstest, vergiss es direkt wieder, denn tatsächlich lief alles ganz gehörig anders ab. </p>



<p><strong>Wie kann man jemand so krass hassen wie ich die scheiß Weimarer Republik </strong></p>



<p>Allein der Begriff »Novemberrevolution« ist eine Frechheit. Der Begriff kam aus reaktionären Kreisen, die die Revolution verhindern und zurückschlagen wollten. Verbreitet wurde er außerdem von der Sozialdemokratie – Ebert, Scheidemann und Co –, um der Bevölkerung zu vermitteln: Die Revolution ist vorbei, ihr habt ja jetzt auch wählen dürfen, Feierabend, ab nach Hause, hier gibt’s nichts mehr zu sehen. In Wahrheit war die Revolution aber nicht im November 1918 vorbei, auch nicht im November 1919 – nein, sie tobte noch bis 1923(!) durch die Republik. Da half es auch nichts, das Ganze als »Novemberrevolution« abzutun. Im Gegenteil: Die revolutionären Bestrebungen waren so stark, dass Ebert und seine Atzen sie nur noch mit krasser Gewalt, Bestechung und Manipulation aufhalten konnten. Zwischen 1918 und 1923 wurden Tausende Menschen in Deutschland brutal ermordet, weil sie für ihre Utopie kämpften und sich nicht mit dem, was sie abfällig »Weimarer Republik<sup data-fn="639090d1-009a-48d3-aa68-4a99144a4fc9" class="fn"><a href="#639090d1-009a-48d3-aa68-4a99144a4fc9" id="639090d1-009a-48d3-aa68-4a99144a4fc9-link">1</a></sup>« nannten, zufriedengeben wollten. Der spöttisch abwertende Unterton, der beim Ausdruck »Weimarer Republik« früher mitschwang, ist heute fast vergessen. Auch wissen die wenigsten, dass die »Novemberrevolution« fast fünf Jahre anhielt oder dass in dieser Zeit zum ersten Mal ein Deutscher durch eine Fliegerbombe starb – und zwar durch ein deutsches Geschoss auf Berlin. Im Kampf gegen die Revolution waren alle Mittel recht. Aber halt – bevor wir auf diese Eskalation eingehen, lasst uns kurz durchatmen und zwei Schritte zurückgehen. Was genau ist da ab 1918 passiert? Warum wurden so viele Menschen ermordet, was genau wollten sie und was hat diese ganze Scheiße mit Utopie zu tun? </p>



<p><strong>Scheiß auf Reformismus, gib mir Räterepublik! </strong></p>



<p>Im Geschichtsunterricht wirkt es manchmal so, als würden Revolutionen vom Himmel fallen. Surprise, das tun sie nicht! Auch 1918 wurden die Leute nicht spontan von den revolutionären Gedanken ergriffen, sondern diese waren längst da. Der Matrosenaufstand entfachte Revolten im ganzen Land, und zwar bis in die hinterletzten Käffer. Überall dort, wo ein Betrieb stand, wurde rebelliert. Denn die Menschen waren massenhaft organisiert (in Gewerkschaften, Vereinen und Parteien) und redeten miteinander darüber, wie alles anders sein könnte – in den Hinterhöfen mit der Nachbarschaft, in der Umkleide mit den Kolleg:innen, in der Kneipe mit den Genoss:innen. Sie redeten über das Ende des Krieges und darüber, endlich keinen Hunger mehr haben zu müssen. Sie redeten darüber, den Kapitalisten die Produktionsmittel wegzunehmen und endlich nicht mehr ausgebeutet zu werden. Sie redeten über eine gerechtere Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums und darüber, endlich über sich selbst entscheiden zu können. Zum Beispiel durch Räte, in die Menschen gewählt werden und so ihr gesellschaftliches Miteinander organisieren. Räte sind für kleine Personengruppen und deren Interessen verantwortlich, zum Beispiel für ein Dorf, einen Betrieb oder Krankenhaus. Sie können jederzeit wieder abgewählt werden, wenn sie nicht im Interesse derer handeln, die sie vertreten. Mit einer Räterepublik sollte eine neue Form der Selbstregierung geschaffen werden, bei der die arbeitende Bevölkerung direkt an politischen Entscheidungen beteiligt ist. Darüber hinaus zielte die Bewegung auf die Überwindung der Klassengesellschaft, die Gleichberechtigung der Geschlechter und den Zugang zu einer säkularen Bildung für alle ab. Unerhört utopische Ideen geisterten also damals durch das Deutsche Kaiserreich.</p>



<p><strong>Kanzler Ebert: Snitch von Kaisers Gnaden </strong></p>



<p>Als nun die Matrosen in Kiel meuterten, verbreitete sich die Nachricht wie ein Lauffeuer. Überall trugen die Menschen ihre Solidarität und ihren Protest gegen das bestehende System samt Kaiser, Krieg und Kapitalismus auf die Straße. Sie wählten Räte und waren bereit für einen großen Umsturz. Der Kaiser wurde auch gestürzt, allerdings suchte sich dieser vorher noch aus, an wen er seine Macht weitergab – und wie du dir denken kannst, war dies keine Wahl im Sinne der Revolution. Nein, des Kaisers wichtigster Mann (so ein Max mit Adelstitel) übergab sein Amt an Friedrich Ebert und der hatte natürlich wenig Bock darauf, seine neu gewonnene Macht schnell wieder abzugeben. Ebert war zu diesem Zeitpunkt SPD-Vorsitzender. Außerdem befürwortete er den Krieg, unterdrückte Gegenpositionen in der Partei mit harter Hand und war gegen die großen Anti-Krieg-Massenstreiks, die während des Ersten Weltkriegs immer wieder organisiert wurden. Deswegen sahen einige seiner früheren Genoss:innen in ihm vor allem eins: einen Arbeiterverräter. </p>



<p>Die SPD hatte sich seit 1891 auf die Fahnen geschrieben, neben bürgerlich-demokratischen Rechten auch den Sozialismus samt der Vergesellschaftung der Produktionsmittel durchzusetzen. Dank Ebert und seinen Jungs wurde das Parteiprogramm nie Wirklichkeit. Im Gegenteil: Sie kämpften mit allen Mitteln gegen die Ziele ihrer eigenen Partei – also auch gegen ihre Wählerschaft und die eigenen Genoss:innen sowie alle anderen, die am Sozialismus festhielten. Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg sind die Promis unter den Opfern dieser Zeit: Liebknecht verkündete am 9. November noch die »Freie Sozialistische (Räte-) Republik«; zwei Monate später war er tot. Er wurde am selben Tag wie Luxemburg ermordet, die auch international als Ideengeberin und Agitatorin für eine befreite Gesellschaft gefeiert wurde. Der Kampf für diese Utopie kostete nicht nur sie das Leben. </p>



<p><strong>Mit Artillerie und Fliegerbomben gegen Zivilist:innen </strong></p>



<p>Kommen wir zum absoluten Desaster und den Gräueltaten: Ebert und seine Atzen brauchten Waffengewalt und skrupellose Kämpfer, um ihre Macht durchzusetzen. Darum arbeiteten sie mit Freikorps zusammen. Das waren Söldner, die nach dem Ersten Weltkrieg nix mehr zu tun hatten (und von denen übrigens viele später zu Hitlers SA gingen). Dazu gehörten nicht nur einfache Soldaten, sondern auch hochrangige Offiziere. Ebendiese waren es auch, die Luxemburg und Liebknecht ermordeten. Aber das ist nur die Spitze des Eisbergs: In den Berliner Märzkämpfen 1919 wurden mindestens 1.200 Menschen in blutigen Straßenkämpfen getötet. Ebert and friends schickten nämlich das Militär mit schweren Geschützen, Artillerie und sogar Fliegerbomben nach Berlin-Lichtenberg und organisierten ein Massaker. Der Grund? Die Menschen hatten einen Generalstreik organisiert, um ihre Forderungen durchzusetzen: Vergesellschaftung der Betriebe und die Demokratisierung des Militärs. Nur passte das nicht in den Kram der Weimarer Regierung und musste darum ausgemerzt werden. </p>



<p>Auch in den folgenden Jahren kam es immer wieder zu Massenstreiks mit vielen Millionen Menschen, zu Aufständen, Straßenschlachten und Bürgerkriegszuständen. Ohne den Glauben an eine Utopie hätten die Menschen damals nie so lange den Aufstand geprobt – und das, obwohl auf sie geschossen wurde. Die Hoffnung auf eine gerechte Gesellschaft hielt das revolutionäre Aufbegehren so lange am Leben. Niedergeschlagen wurde es schließlich trotzdem. Und schlimmer noch: Am Ende setzte sich der Faschismus durch.<sup data-fn="c71df39b-2ad0-430e-9f9d-c152b5ba937e" class="fn"><a href="#c71df39b-2ad0-430e-9f9d-c152b5ba937e" id="c71df39b-2ad0-430e-9f9d-c152b5ba937e-link">2</a></sup> </p>



<p><strong>Die herrschenden Ideen einer Zeit waren stets nur die Ideen der herrschenden Klasse </strong></p>



<p>Warum wird das so nicht im Unterricht behandelt? Geschichte wird meist von ihrem Ergebnis ausgehend erzählt. Es kann dazu kommen, dass Ursache und Wirkung vertauscht, historische Ereignisse gar nicht erst überliefert oder als Kette von Fortschritten betrachtet werden – insbesondere dann, wenn eine Perspektive der Siegreichen vorherrscht. Geschichte wird sehr oft ideologisch getränkt, verkürzt und verzerrt, um damit eigene Perspektiven zu stärken. So wurde diese Revolutionsgeschichte in der BRD größtenteils ignoriert oder so zurechtgebogen, dass sie in ihre kapitalistische Demokratieerzählung passte. In der DDR hingegen wurde die Revolutionsgeschichte schon erzählt, allerdings mit einer völlig übertriebenen Rolle der Kommunistischen Partei. Auch hier wurde vieles völlig verzerrt und verzogen vermittelt. Doch nicht nur früher, auch heute dient die Geschichtsschreibung der Stabilisierung unserer Gesellschaftsordnung. Die kapitalistischen Verhältnisse sind keine historische Selbstverständlichkeit. Indem wir uns an die Revolution (richtig) erinnern, können wir dem Eindruck der Alternativlosigkeit unserer bestehenden Ordnung, aber auch der Naivität und Unterlegenheit aller anderen Alternativen etwas entgegensetzen. Es hätte alles anders sein können und es kann noch immer alles anders werden.</p>



<p><strong>Zum Weiterlesen und -hören: <br></strong>Daniel Kulla: <a href="http://www.classless.org" data-type="link" data-id="www.classless.org">Recherchen und Vorträge zur Revolution 1918-23</a>.  <br>Klaus Gietinger: <a href="https://edition-nautilus.de/programm/november-1918-der-verpasste-fruehling-des-20-jahrhunderts/">November 1918. Der verpasste Frühling des 20. Jahrhunderts</a>. 2018. 20 €. <br>Dietmar Lange: <a href="https://www.edition-assemblage.de/buecher/massenstreik-und-schiessbefehl/">Massenstreik und Schießbefehl. Generalstreik und Märzkämpfe in Berlin 1919</a>. 2012. 20 €.<br>Walter Benjamin: <a href="http:/burg-halle.de/home/129_baetzner/SoSe_2017/benjamin_Ueber_den_Begriff_der_Geschichte.pdf" data-type="link" data-id="http:/burg-halle.de/home/129_baetzner/SoSe_2017/benjamin_Ueber_den_Begriff_der_Geschichte.pdf">Über den Begriff der Geschichte</a>. 1940. </p>


<ol class="wp-block-footnotes"><li id="639090d1-009a-48d3-aa68-4a99144a4fc9">Kein Witz, »Weimarer Republik« war ein Ausdruck des Spottes darüber, dass die Nationalversammlung für ihr Vorhaben bis nach Weimar fliehen musste, weil eine ungestörte Tagung im umkämpften Berlin nicht möglich war. Darum versuchten sie es in Jena, aber dort vertrieben Einwohnende die Freikorps, die die Versammlung schützen sollten. Erst in Weimar konnte die Nationalversammlung ungehindert zusammenkommen. <a href="#639090d1-009a-48d3-aa68-4a99144a4fc9-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 1 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="c71df39b-2ad0-430e-9f9d-c152b5ba937e">Zur ganzen Geschichte gehört übrigens auch, dass Kommunist:innen schwerwiegende Fehler gemacht haben. So wurde die brutale Massenbewegung des Faschismus lange geleugnet: Dahinter stünden doch nur die Kapitalisten und die SPD. Eine katastrophale Fehleinschätzung. Ganz zu schweigen vom autoritären und mörderischen Stalinismus. Der hat unzählige, auch unschuldige Menschenleben gekostet – nicht zuletzt die Leben von sehr vielen Linken, die nicht »auf Linie« waren. <a href="#c71df39b-2ad0-430e-9f9d-c152b5ba937e-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 2 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li></ol>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>»Für eine Welt, in der man ohne Angst verschieden sein kann«</title>
		<link>https://www.strassenauszucker.tk/2025/02/fuer-eine-welt-in-der-man-ohne-angst-verschieden-sein-kann/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[strassenauszucker]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Feb 2025 21:06:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[# 18 | (Ende der) Utopie]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir wählen Interviewpartner:innen aus, die wir zum Zeitpunkt des Interviews persönlich spannend und inhaltlich anregend finden. Bei einigen finden wir das nach Jahren immer noch &#8211; bei anderen nicht. Auch letztere findet ihr hier weiterhin online, weil wir transparent damit umgehen möchten. Interview mit den Bierbabes Die Bierbabes sind Pionierinnen des Genres Saufpop und mischen [&#8230;]]]></description>
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<p style="font-size:clamp(14px, 0.875rem + ((1vw - 3.2px) * 0.128), 15px);"><em>Wir wählen Interviewpartner:innen aus, die wir zum Zeitpunkt des Interviews persönlich spannend und inhaltlich anregend finden. Bei einigen finden wir das nach Jahren immer noch &#8211; bei anderen nicht. Auch letztere findet ihr hier weiterhin online, weil wir transparent damit umgehen möchten.</em></p>



<p><strong>Interview mit den Bierbabes</strong></p>



<p class="has-medium-font-size"><em>Die Bierbabes sind Pionierinnen des Genres Saufpop und mischen mit ihrem atzigen Schlager-Rap auf Technobeats das Musikgame ganz schön auf. Banger wie »Trichterromantik« oder »Horny am Handy« gehen direkt in Kopf und Beine. Wir haben mit den beiden Leipzigerinnen über ihre Utopie gesprochen.</em></p>



<span id="more-1576"></span>



<p><strong><em>SaZ: Was regt euch in unserer Gesellschaft so richtig auf? </em></strong></p>



<p>Bierbabes: Wir wissen gar nicht so richtig, wo wir anfangen sollen: Kapitalismus. Patriarchat. Männer, die sich überall breitmachen. Wenn wir gefragt werden, wer unsere Musik »eigentlich« produziert hat. Wenn Wasser auf Festivals nicht umsonst ist. Aber am schlimmsten ist, wenn das Bier alle ist! </p>



<p><strong><em>Wie sieht eure Utopie aus?</em></strong></p>



<p>Eine Welt, in der man ohne Angst verschieden sein kann. Eine Welt, die sich auch nüchtern gut anfühlt. </p>



<p><strong><em>Kennt ihr Orte in eurer Nähe, die so was wie ein kleiner utopischer Gegenentwurf zur Normalität sind? </em></strong></p>



<p>Wir leben in einer Stadt, in der es extrem viele subkulturelle und DIY-Orte gibt, die versuchen, im Kleinen ihre Utopie zu leben. Das stößt in dieser Gesellschaft natürlich immer wieder an Grenzen und Scheitern gehört dazu, aber der Wunsch nach Veränderung und einem solidarischen Zusammenleben ist zum Glück an vielen Orten zu spüren. </p>



<p><strong><em>Haben sich eure Vorstellungen von einer idealen Welt im Laufe eures Lebens verändert? </em></strong></p>



<p>Ja klar, wäre ja schlimm, wenn nicht. </p>



<p><strong><em>Lohnt es sich, für eine andere Welt zu kämpfen? </em></strong></p>



<p>Ist die Banane krumm? Aber im Ernst, wenn Menschen nicht schon immer für eine bessere Welt kämpfen würden, wäre alles noch viel schlimmer. </p>



<p><strong><em>Habt ihr Energie dafür? Was gibt euch Power? </em></strong></p>



<p>Mal mehr, mal weniger. Es gibt immer wieder Momente, in denen sich Menschen ehrlich und zärtlich begegnen und in denen man ahnt, dass wir zu einem anderen Miteinander in der Lage sind. Das macht Hoffnung. Wir hoffen, durch unsere Musik den Menschen etwas Leichtigkeit zu geben, damit sie neue Kraft finden, durch den Ernst des Lebens zu navigieren. </p>



<p><strong><em>Wenn ihr die Möglichkeit hättet, eine Sache in diesem Land zu verändern – was würdet ihr tun? </em></strong></p>



<p>Wenn wir einen Wunsch frei hätten, dann würden wir uns wünschen, dass wir ganz viele Dinge verändern könnten, denn mit nur einer Sache wird es ganz schön schwierig.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>»Wenn Menschen aufhören, über andere bestimmen zu wollen, ist das schon mal ein guter Anfang«</title>
		<link>https://www.strassenauszucker.tk/2025/02/wenn-menschen-aufhoeren-ueber-andere-bestimmen-zu-wollen-ist-das-schon-mal-ein-guter-anfang/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[strassenauszucker]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Feb 2025 21:04:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[# 18 | (Ende der) Utopie]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir wählen Interviewpartner:innen aus, die wir zum Zeitpunkt des Interviews persönlich spannend und inhaltlich anregend finden. Bei einigen finden wir das nach Jahren immer noch &#8211; bei anderen nicht. Auch letztere findet ihr hier weiterhin online, weil wir transparent damit umgehen möchten. Interview mit Anda Morts Anda Morts ist 26 Jahre alt, lebt in Linz [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p style="font-size:clamp(14px, 0.875rem + ((1vw - 3.2px) * 0.128), 15px);"><em>Wir wählen Interviewpartner:innen aus, die wir zum Zeitpunkt des Interviews persönlich spannend und inhaltlich anregend finden. Bei einigen finden wir das nach Jahren immer noch &#8211; bei anderen nicht. Auch letztere findet ihr hier weiterhin online, weil wir transparent damit umgehen möchten.</em></p>



<p><strong>Interview mit Anda Morts</strong></p>



<p class="has-medium-font-size"><em>Anda Morts ist 26 Jahre alt, lebt in Linz und hat seine Musik früher DIY in seinem WG-Zimmer produziert. Heute hat er zwei Musiker an seiner Seite und spielt Hits wie »Adidas für Mama« oder »Leere Flaschen« vor ausverkauftem Haus. Wir haben den Indie-Punker aus Österreich gefragt, was eigentlich seine Utopie ist.</em></p>



<span id="more-1574"></span>



<p><strong><em>SaZ: Was regt dich in unserer Gesellschaft so richtig auf? </em></strong></p>



<p>Anda Morts: Man schaut Nachrichten, hört, wie scheiße alles mit der Klimakatastrophe läuft, und gleich danach, zur besten Sendezeit, kommt Werbung für eine Kreuzfahrt. Die Trägheit der Gesellschaft, solche offensichtlichen Widersprüche zu hinterfragen, frustriert mich sehr. Bei Themen, die einen gar nicht selbst betreffen, wird dann aber überdurchschnittlich viel mitdiskutiert, weil es angenehmer ist, sich über andere Menschen aufzuregen, nur weil sie anders leben, lieben oder arbeiten wollen als die Generation vor ihnen. Dabei kommt Veränderung immer von wenigen Menschen, die damit anfangen. </p>



<p><strong><em>Wie sieht deine Utopie aus? </em></strong></p>



<p>Ich bin ein Geschichtsnerd, und der Spanische Bürgerkrieg hat mich darauf gebracht, Bücher über Anarchismus zu lesen. Für mich ist Anarchismus die Utopie, obwohl das ja vieles sein kann – oder gerade deshalb. Aber wenn Hierarchie mal weg ist und Menschen aufhören, über andere bestimmen zu wollen, ist das schon mal ein guter Anfang. Daraus lässt sich alles ableiten, was mir wichtig ist: Feminismus, Antifaschismus und das klare Verständnis, dass es keinen Platz für Rassismus, Sexismus, Homophobie, Transfeindlichkeit, Xenophobie und den ganzen anderen Blödsinn gibt. Den Rest soll jede Person selbst entscheiden, solange ich meine Ruhe habe und alle anderen auch. </p>



<p><strong>Kennst du Orte in deiner Nähe, die so was wie ein kleiner utopischer Gegenentwurf zur Normalität sind? </strong></p>



<p>Ich wohne in Linz in Österreich. Wie die letzten Wahlen wieder mal gezeigt haben, ist Österreich nicht gerade eine Insel der Toleranz und Offenheit. Aber auch hier haben wir zum Glück Kulturvereine, Jugendzentren und Clubs, in denen Gegen- und Subkultur gelebt wird. In Linz sind das für mich auf jeden Fall die Kapu, das DH5 oder die Stadtwerkstatt. </p>



<p><strong><em>Haben sich deine Vorstellungen von einer idealen Welt im Laufe deines Lebens verändert? </em></strong></p>



<p>Gratis Süßigkeiten sind irgendwann von der Liste gerutscht, oder zumindest weiter runter. Aber Nazis fand ich schon mit sechs Jahren scheiße. Im Laufe der Zeit hat sich gefestigt, was ich wichtig finde und was nicht. </p>



<p><strong><em>Lohnt es sich, für eine andere Welt zu kämpfen? </em></strong></p>



<p>Auf jeden Fall! Der Achtstundentag, das allgemeine Wahlrecht, Sozialversicherungen – das sind alles Dinge, die die Arbeiter:innenschaft erkämpft hat. Wir könnten diese Dinge auch wieder verlieren, wenn wir als Gesellschaft nicht wach bleiben. Deshalb sollten wir uns die Fähigkeit (wieder) aneignen, Widerstand zu leisten und Forderungen zu stellen. </p>



<p><strong><em>Hast du Energie dafür? Was gibt dir Power? </em></strong></p>



<p>Ich habe diese Energie immer in Musik gesteckt und ins Schreiben. Jahrelang habe ich sehr viel sehr politisches Zeug geschrieben, allerdings auf Englisch. Die Texte und Songs von Anda Morts sind immer noch politisch, wenn auch nicht so offensichtlich. </p>



<p><strong><em>Wenn du die Möglichkeit hättest, eine Sache in diesem Land zu verändern – was würdest du tun? </em></strong></p>



<p>Die Schere zwischen Arm und Reich ist für mich eines der dringendsten Probleme. Konzerne und extrem reiche Personenkreise entziehen sich ihrer Verantwortung. Diejenigen, die ihr Vermögen ins Ausland verschiffen, um Steuern zu sparen, gelten als kluge Geschäftsleute. Und Menschen, die Nudeln klauen, weil sie Hunger haben, als Verbrecher:innen. WTF?!</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>6 Tipps: So wird dein Zuhause zur Wohlfühloase</title>
		<link>https://www.strassenauszucker.tk/2025/02/6-tipps-so-wird-dein-zuhause-zur-wohlfuehloase/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[strassenauszucker]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Feb 2025 21:02:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[# 18 | (Ende der) Utopie]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel]]></category>
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					<description><![CDATA[➞ English version Du brauchst einen Tapetenwechsel, weißt aber nicht, wo du anfangen sollst? Wir zeigen dir, wie du deine Schmuddelbude mit tollen DIY-Ideen in einen Traumpalast verwandelst. Hol dir die Utopie ins Wohnzimmer! Tipp 6 wird dich überraschen. 1. Bestandsaufnahme deines alten Messie-Zimmers Sieh dich doch mal um: Dein Zimmer ist unverschämt klein und trotzdem [&#8230;]]]></description>
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<p>➞ <a href="https://www.strassenauszucker.tk/2025/02/6-tips-how-to-turn-your-home-into-an-oasis-of-well-being/" data-type="link" data-id="https://www.strassenauszucker.tk/2025/02/6-tipps-so-wird-dein-zuhause-zur-wohlfuehloase/">English version</a></p>



<p>Du brauchst einen Tapetenwechsel, weißt aber nicht, wo du anfangen sollst? Wir zeigen dir, wie du deine Schmuddelbude mit tollen DIY-Ideen in einen Traumpalast verwandelst. Hol dir die Utopie ins Wohnzimmer! Tipp 6 wird dich überraschen.</p>



<span id="more-1580"></span>



<p><strong>1. Bestandsaufnahme deines alten Messie-Zimmers </strong></p>



<p>Sieh dich doch mal um: Dein Zimmer ist unverschämt klein und trotzdem so teuer, dass es deine ganze Kohle auffrisst. Der Döner um die Ecke kostet jetzt zehn Euro und den Club am Wochenende kannst du dir auch nicht mehr leisten. Sowieso wird alles immer teurer und du musst schauen, wo du bleibst. Du bist zu erschöpft von Arbeit, Schule und Uni für die geilen Sachen im Leben. Stundenlang scrollst du durch Social Media und ahnst bereits, dass weder neue Hautpflegeserien noch Heißluftfritteusen ein echter Lifesaver sein werden. Nachrichten guckst du gar nicht mehr, weil dich das eh immer nur runterzieht. Am Ende des Tages fühlst du dich einsam, überfordert und hilflos. Alles scheiße? Ja – aber nicht überall. Und es gibt Hilfe. </p>



<p><strong>2. Frischer Anstrich für deine vier Wände </strong></p>



<p>Tagein, tagaus mit unseren als utopisch verschrienen Gedanken gegen eine Wand zu laufen, die noch dazu immer gewaltiger zu werden scheint, ist enorm kräftezehrend. Der Zugang zu alternativen Räumen hilft da, einen Blick über diese riesige Wand zu werfen. Wenn du zum Beispiel im selbstverwalteten Zentrum bei dir im Ort merkst, dass du mit deinem Wunsch nach einer besseren Welt nicht allein bist. Im Hausprojekt in deinem Viertel kannst du dich politisch einbringen, kreativ austoben und mitunter sogar einen Schlafplatz zum fairen Preis bekommen. Am Wochenende besuchst du selbst organisierte Konzerte, Partys und Festivals, bei denen alle aufeinander achtgeben und ohne Angst so sein können, wie sie sind. Es sind solche Projekte, die uns Hoffnung geben und zeigen, dass wir auch ganz anders zusammenleben können. Wo versucht wird, der ganzen Scheiße eine gemeinsame Antwort entgegenzustellen und eigenhändig Alternativen zu schaffen. Du brauchst Menschen um dich herum, die auf gesellschaftliche Erwartungen nichts geben und sich lieber unterstützen, als sich gegenseitig auszustechen. Warum sollten wir nicht im Kleinen vorwegnehmen, was wir uns im Großen wünschen? </p>



<p><strong>3. Bedürfnisorientiertes Einrichten deines neuen Freiraums </strong></p>



<p>Im besten Fall lernen wir noch einiges dazu, wie wir zusammenleben wollen, und zeigen anderen Menschen, wie schön ein Leben ohne Konkurrenz und Ausbeutung sein könnte. Und ja, das passiert immer nur in einem begrenzten Rahmen, ist deshalb aber nicht zu verachten: Denn Menschen, die solche Projekte ins Leben rufen und verteidigen, schaffen Orte, an denen wir uns organisieren und voneinander lernen können. Offene, gemeinschaftlich genutzte Räumlichkeiten machen es überhaupt erst möglich, linke Strukturen aufzubauen, zu erhalten und miteinander zu vernetzen. </p>



<p><strong>4. Lass deiner Kreativität freien Lauf </strong></p>



<p>Diese kleinen Utopien können dabei ganz konkret dazu beitragen, Ressourcen und Sorgearbeit jetzt sofort gerechter zu verteilen, indem wir zum Beispiel Kinderbetreuung gemeinschaftlich organisieren. Im Grunde lässt sich ziemlich vieles teilen: Finanzen, Autos, Werkstätten, Verantwortung, Gärten, Jobs, Skills, Hausarbeit und Kühlschränke. So beweisen zum Beispiel Küfas, bei denen du Essen zum Selbstkostenpreis oder noch günstiger bekommst: Es ist kein Naturgesetz, dass du für eine warme Mahlzeit dein letztes Hemd verkaufen musst. Es geht dabei nicht nur um Wohltätigkeit, sondern auch um Selbstermächtigung: Wir bilden in diesen Räumen Banden, suchen beieinander Rat und schützen uns gegenseitig vor Repressionen. Wir singen zusammen in Chören und bauen Nachbarschaftsnetzwerke auf. In Handwerkskollektiven arbeiten wir nach unseren eigenen Bedingungen. Kunstkollektive ermöglichen es auch denjenigen von uns, sich kreativ auszuleben, die nicht in eine reiche Familie hineingeboren wurden. Im Grunde können wir uns genau die kleine Utopie schaffen, die uns fehlt. Viele dieser Freiräume sind außerdem bitter benötigte Schutzräume, insbesondere für Menschen auf der Flucht, Queers oder linke Aktivist:innen. </p>



<p><strong>5. Cottagecore ist out </strong></p>



<p>Also ziehen wir alle in Hausprojekte und alles wird gut?! Ganz so einfach ist es leider nicht. Als Linke sollten wir uns nicht damit zufriedengeben, gemütliche Rückzugsinseln für uns selbst zu schaffen. Sich in diese Freiräume zurückziehen zu können, ist wichtig, aber auch ein Privileg, das vielen Menschen, zum Beispiel Pflegebedürftigen, oft verwehrt bleibt. Auch auf dem Land sucht man Hausprojekte oder linke Zentren meist vergebens. Und selbst im progressivsten Hausprojekt werden wir nie komplett sicher vor Sexismus, Antisemitismus und Rassismus sein, solange das Hausprojekt Teil dieser Gesellschaft ist, die sexistisch, antisemitisch und rassistisch ist. Was dagegen sicher ist: dass das, was uns dort oft erwartet – endlose Plena, Antifa-Macker und verstaubte Putzpläne – auch ganz schön belastend sein kann. Beim Versuch, alles, was der Staat versäumt oder versaut, irgendwie auszugleichen, laufen wir dann auch noch Gefahr, selbst auszubrennen. </p>



<p><strong>6. Im Zweifelsfall: Wanddurchbruch! </strong></p>



<p>Manchmal brauchen wir drei Tage wach oder eine Woche am See – die Verhältnisse verändern werden wir damit allein aber nicht. Das große Bedürfnis nach der eigenen kleinen Utopie speist sich auch aus dem weit verbreiteten Gefühl, dass große, gesamtgesellschaftliche Utopien nicht mehr umsetzbar sind. Dass wir manchmal dieses Gefühl haben, ist kein Zufall: Es stabilisiert die aktuelle Macht- und Eigentumsverteilung. Trügen lassen sollten wir uns von diesem Eindruck aber nicht. Auch zementierte Verhältnisse wurden einst zementiert – und lassen sich mit dem richtigen Werkzeug wieder einreißen. Es spricht also nichts dagegen, so viel Utopie im Privaten zu leben, wie uns guttut. Wir sagen sogar: Das ist Selfcare. Unser Anspruch sollte aber sein, all diese kleinen Utopien nicht einzuzäunen, sondern groß zu machen. Wir wünschen eben nicht nur uns das gute Leben, sondern wollen das gute Leben für alle. Natürlich haben wir volles Verständnis dafür, dass man aus der Realität manchmal einfach nur flüchten möchte und sich mit Leidensgenoss:innen zusammenschließt, um sich und seinen Lieben das Leben erträglicher und schöner zu gestalten. Aber bitte nicht im hyggeligen Szene-Sitzsack versacken. Denn so richtig zu Hause fühlen wir uns erst, wenn die ganze Welt zur Wohlfühloase geworden ist und die Straßen aus Zucker sind. Du willst Döner drei Euro? Wir wollen Döner umsonst.</p>



<p><strong>Zum Weiterlesen: <br></strong>Theodor W. Adorno: Asyl für Obdachlose. In: <a href="https://www.suhrkamp.de/buch/theodor-w-adorno-gesammelte-schriften-in-20-baenden-t-9783518293041">Minima Moralia – Reflexionen aus dem beschädigten Leben</a>. 1951. 17 €. <br>Mia Neuhaus/Massimo Perinelli/Lucas Mielke (Hg.): <a href="https://www.verbrecherverlag.de/shop/solidaritaet-eine-reale-utopie/">Solidarität – eine reale Utopie</a>. 2025. 25 €.</p>
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